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Jens Rudolph blogt
27. Juli 2010 | Archos 5 IT - ein neues Spielzeug
Vor ein paar Tagen habe ich - wie gewöhnlich gegen den Willen meiner besseren Hälfte - mein Arsenal der Gadgets erweitert. Die Wahl fiel auf ein Gerät zum Couchsurfen, denn auf dem kleinen 3,1" Handydisplay, auf dem ich dies bisher tat, ist das nur auf PDA-Seiten wirklich sinnvoll. Natürlich habe ich mich nicht für das sagenumwobene iPad entschieden - in Produkte der Firma mit dem Apfel investiere ich ob der unanständigen Firmenpolitik aus Prinzip nicht.
Das neue Spielzeug ist mit einem ca. 5 Zölligen Display (Auflösung 480x800 Pixel) ausgestattet - was zwar nicht besonders groß klingt, aber für das Browsen auch auf großen Seiten absolut ausreicht. Die Tageszeitung, heise oder Spiegel online lassen sich so noch bequemer konsumieren.
Langer Vorrede kurzer Sinn: Es ist ein Archos 5 Internet Tablet.
Die für ihre Media Player mehr oder weniger bekannte Französische Firma Archos lässt diese ihre siebente Produktgeneration nun unter dem von Google initiirten OS Android laufen. Ausgeliefert wird das Archos 5 IT mit einer Firmware, die noch auf der mittlerweile nicht mehr aktuellen aber nichts desto trotz ausgereiften Version 1.6 basiert (und deutlich fotschrittlicher als 1.5 ist).
Ob irgenwann ein Update auf eine auf Android 2.X basierende Firmware erfolgt steht in den Sternen - ich für meinen Teil hege keine großen Hoffnungen. Nichts desto trotz pflegt Archos sein Produkt noch rege, allein im Juli 2010 wurden 2 Updates nachgeschoben (aktuell Version 2.0.28 - was nichts mit der Android-Firmwarenummer zu tun hat). Dabei wurden vor allem Bugs beseitigt und an den OpenGL 3D Leistungen gefeilt.
Da das Ganze hier kein weiteres Produktreview werden soll (es gibt diverse Gute im Internet) spare ich mir die Auflistung der weiteren Eckdaten, möchte aber auf ein paar Punkte eingehen, die ich für erwähnenswert halte. Vorausschicken will ich, dass ich trotz der nun teilweise folgenden Mängel zufrieden mit dem Spielzeug bin und es nicht missen möchte.
Beginnen wir mit dem Negativen. Laut offizieller Produktbeschreibung ist im Arcos 5 IT ein UKW Transmitter eingebaut, man kann in der Firmware auch eine Frequenz einstellen, auf der das Tablet seinen Ton senden soll. Allerdings lässt sich das Feature nicht aktivieren und die Bedienungsanleitung schweigt sich komplett zu diesem Thema aus. Nach etwas Recherche bin ich auf einer Erklärung gestoßen, die besagt, dass man zum Senden ein Haedset als Antenne angeschlossen haben muss. Dies muss aber wohl so unzureichend funktioniert haben, dass Archos die Funktion in höheren Firmware-Versionsnummern komplett deaktiviert hat und sie sich nur noch einschalten lässt, wenn man das Tablet in einem Carkit betreibt. Das ist dann natürlich separat käuflich zu erwerben - man hätte den UKW Transmitter also gleich extern lassen können (für lokalen Betrieb ist eine solche Lösung nun sogar zwingend erforderlich).
Im Auslieferungszustand des Gerätes fehlen sämtliche Google Anwendungen wie Google Maps, GTalk und GMail. Auch der offizielle Market ist nicht vorhanden, nur der rudimentär ausgestattete AppsLib Store. Glücklicherweise lassen sich problemlos APK-Dateien vom internen Speicher oder Speicherkarte nachinstallieren. So kann auch ein inoffizielles Paket der Google Programme integriert werden, welches dann sogar den Market inkl. Bezahlkontent nachliefert. In meinen Tests liefen dann 99% der ausprobierten Programme auf dem Archos wunderbar, es ist also ein vollwertiger Androide - auch (und nicht zuletzt) der sehr zu empfehlenden Home Screen Ersatz ADW.Launcher.
Die MediaPlayer Qualitäten sind von Hause aus sehr gut, weil Achros, wie erwähnt, aus der Ecke der Herstellung portabler Abspielgeräte gewisse Erfahrungen mitbringt. Auch das Streamen von Filmen aus dem Heimnetzwerk funktionierte so problemlos. Die Akkulaufzeit ist passabel, für zwei bis drei Filme reicht eine Ladung allemal. Allerdings wird bei diesem rechenintensieven Betrieb der Akku und damit das das Gehäuse sehr warm.
Weniger schön ist das Aufladen des Energiespeichers. Dem Lieferumfang liegt nämlich kein Netzteil, sondern lediglich ein MicroUSB Kabel bei. Der Ladevorgang soll also rein über den PC erfolgen und der dauert bei einem entleerten Archos gerne mal 8 bis 10 Stunden - nur dafür den Rechner laufen zu lassen ist sehr unschön. Wenn im Haushalt also bereits ein MicroUSB Ladegerät vorhanden ist, empfiehlt sich die Ladung darüber. In meinem Falle ist dies nicht so, es herrscht aber eine Schwemme an MiniUSB Ladern - ich habe daher gleich einen USB-Mico-zu-Mini-Adapter mit geordert, welcher bei Amazon Partnershops für knapp 3 Euro ink. Versandkosten zu haben ist. Schneller aufgeladen war mein Archos darüber aber auch nicht.
Über USB am Rechner angeschlossen kann sich der Archos zum einen als MedienPlayer melden und lässt sich dann über den Windows Media Player mit Musik und Filmen bestücken. Wer den Archos lieber als Massenspeicher angemeldet sehen will, muss wissen, dass der interne Gerätespeicher von Hause im Linux Filesystem EXT3 formatiert ist, damit es mit Dateien größer 4GB arbeiten kann. Ein Windows-Computer kann darum nicht ohne Weiteres auf das Archos 5 IT zugreifen. Kann man als Windows-User auf so große Dateibrocken verzichten, empfiehlt sich eine Neuformatierung in FAT32 - das kann man am besten in den Einstellungen über einen unter Status versteckten Punkt vornehmen. Alle Demovideos und Musikstückse sowie die Bedienungsanleitung im PDF-Format gehen damit natürlich verloren und müssten ggf. vorher gesichert werden - z.B. auf eine eingelegte MicroSD Karte.
Da im Gerät kein Mobilfunkmodem vorhanden ist, muss die Verbindung über WLAN erfolgen. Die Inbetriebnahme klappte gut, die Empfangsleistungen ist zufriedenstellend. Außerdem hat der Hersteller die Möglichkeit vorgesehen das Archos Tablet via Bluetooth an ein Mobiltelefon zu koppeln, welches dann als Modem dient. Mit meinem Nokia E61i klappte dies auch recht gut. Problematischer gestaltet sich da schon die Verwendung eines Android Smartphones. Mit etwas Experientieren habe ich es dann mit der Tether Software Wireless Tether for Root Users geschaft. Das aber nur dank Root-Rechten auf dem G1, der alten Tether Version 1.52 und nur über Bluetooth, denn das Archos weigert sich, wie wohl noch jeder Androide, eine Verbindung zu Ad-Hoc Wifi Netzwerken aufzunehmen.
Abschließend noch ein kleines Video, in dem ich das Gerät ein wenig durch meine Finger gleiten lasse und ein bisschen durch die Menus fliege - was man darin auch gut sehen kann: die hochglänzende und teilweise metallen spiegelnde Oberfläche kann nur theoretisch gut aussehen, weil in der Praxis alles mit Fingerabdrücken übersät ist. Wundert euch nicht, dass der Film etwas abrupt aufhört - aber das Telefon klingelte und ich hatte danach keine Lust mehr das Video fortzusetzen.
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Zu diesem Thema wurden bereits diese Kommentare abgegeben:
05.08.2010 | 16:04:12 | Eintrag Nummer 1
Hallo, Ich überlege z.Z gerade mir ein Androidtablet anzuschaffen....und das Archos 5 IT ist da in der engeren Wahl. Da kam mir Dein Artikel und das Video gerade recht. Man kann ja echt einiges mit dem Gerät anfangen....interessant wäre da noch ein Update auf Android 2.1/2.2 per Custom Rom. Da gibts auch schon ein paar Möglichkeiten ;-) Viele Grüsse Michael
irgendwie noch nicht das was man sich erhofft. kein 2.X mit Flash, zu lahm und zu klein mit wenig Akkuleistung. Ich mag die Marke, aber das ist nicht wirklich der Bringer ! Thx für diese Review ? Mein Vorredner hat recht, wie sieht es mit CustomRoms aus Jens ?
Von: Jaycee aus dem Atomlabor Wuppertal Email: info[*at*]atomlabor.de Homepage: http://blog.atomlabor.de