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Jens Rudolph blogt
07. April 2010 | AVCHD Videos schneiden
Seit Dezember besitze ich mit der Panasonic HDC-SD10 eine feine kleine Full-HD Kamera, die Videos im sogenannten AVCHD-Format aufnimmt. Und so platzsparend dieses Format auch ist - es stellt gewisse Anforderungen an Hard- und Software. Während der erste Punkt mit Geduld beim Rendering kompensiert werden kann (auch auf meinem mittlerweile komplett verschiedenen Samsung Windows Vista Laptop mit 1,8GHz Dualcore und 2GB Speicher klappte die HD-Bearbeitung), ist bei Punkt zwei Kontrolle besser als Vertrauen in die Herstellerangaben.
Glücklicherweise sind alle Hersteller entsprechender Programme so fair und bieten für einige Tage laufende Test- oder Demoversionen ihrer Produkte an, die im Umfang weitgehend der Vollversion entsprechen. Der potentielle Käufer hat so genügend Zeit ein Programm zu finden, welches seinen Ansprüchen gerecht wird - und ich habe dies in den vergangenen Monaten getan. Hier ein paar Vertreter dieser Gattung in alphabetischer Reihenfolge (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):
Ich für meinen Teil habe meinen Test noch auf dem alten Laptop mit der Version X2 der Corel Software begonnen. Das Programm zeichnet sich durch eine sehr einfache Bedienbarkeit aus und bietet alle für mich als recht anspruchslosen Privatvideofilmer nötigen Features. Nach dem Hardwarewechsel zu einem Core i5 Gerät mit 64Bit Windows 7 stand seitens Corel dann die Version X3 (bzw. 13) bereit und ich konnte mit X2 begonnene Projekte wunderbar in die neue Software einbinden.
Kernmerkmal ist für mich wie erwähnt die Verarbeitung von AVCHD Videos - und dies beherrscht(e) die Corel Software bei mir auf beiden Systenem mit beiden Versionen ohne Murren und Abstürtze. Nach Schnitt und Veredelung behalte ich meine Filme weiterhin im AVCHD Format. Grund ist, dass ich momentan noch auf dem Stand stehe die Phase mit Blu-rays auszusitzen und einfach auf die nächste Generation warten will, was auch immer es sein wird. Trotzdem will ich natürlich nicht auf FullHD Videos auf meinem Fernseher verzichten, weshalb bei mir ein WD HD TV Mediaplayer mit 2 USB Ports zum Einsatz kommt und Filmchen einfach von Festplatte abspielt. Die kleine schwarze Kiste beherrscht dabei nicht nur sämtliche alten Container wie DivX und MPEG1, sondern hat auch keine Probleme mit MP4 und eben AVCHD-Rohmaterial.
Und bis so ein Terabyte-Plättchen voll ist, kann man eine Menge Film speichern - und das bequemer und platzssparender als wieder einer neuen Seuche Namens Blu-ray hinterher zu trotten. Denn der Blick in meine Vergangenheit zeigt, was innerhalb kürzester Zeit passieren wird: Erst werden Kistenweise Audiokassetten und VHS-Tapes in den Container gekippt, dann folgten Packungsweise 5 1/4" sowie 3 1/5 Zoll Disketten - und aktuell entsorgt sich bei mir die erste Generation CD-R Rohlinge selbst, indem sie die Reflexionsschicht abwirft. Und um diesem Trend zu unterbrechen packe ich nun eben meine Daten auf Festplatten (und Onlinespeicher) - denn diese lassen sich deutlich schneller und flexibler auf ein kommendes Medium kopieren als stapelweise CD-Rohlinge auf DVD-Rohlinge auf Blu-ray-Rohlinge usw....
Langer Rede kurzer Sinn: ich archiviere meine Filme auch im AVCHD-Format. Und weil Corel VideoStudio Pro X3 dieses Format nicht nur einlesen und verarbeiten kann, sondern auch als Ausgabemedium anbietet, bietet sich ein nicht zu vernachlässigender Zeitvorteil beim Neurendern. Denn das Programm muss nun nicht, wie z.B. beim Transfer zu einem BlueRay MPEG2, das komplette Video (verlustbehaftet) Neuberechnen, sondern nur die Szenen, die sich durch Effekte, Einblendungen und sonstige Bearbeitung vom Rohmaterial unterscheiden.
Auch nach der Lektüre diverser Testberichte zu den oben aufgelisteten Kandidaten, die das Corel Produkt als nicht ganz so umfangreich wie den Wettbewerb auszeichnen, war ich davon überzeugt mir das VideoStudio Pro X3 käuflich zuzulegen. Vorher wollte ich dann aber doch noch einmal einen Blick auf die Konkurenz werfen und lud mir das Sony Movie Studio aufs System. Die Programmoberfläche wirkt deutlich komplexer und viel weniger selbsterklärend (für Corel brauchte ich keine Anleitung) - bietet Einstellmöglichkeiten für allerlei Dinge, die ich gar nicht einstellen will. So packte ich Testweise eine Stunde AVCHD-Filmschnippsel in die Zeitlinie und wollte sie schlicht einmal zu MPEG2 konvertieren lassen. Zum Glück habe ich mich nicht großartig mit Schnitt und Überblendeffekten auseinander gesetzt - denn nach 27% passierte das, wovon zahlreiche Foren und die Rezensionen auf amazon.de schreiben: das Movie Studio lies mein System rettungslos abschmieren.
So toll Sony für Videoschnitt-Profis eventuell auch sein mag - Hobbyfilmer mit einer AVCHD-Kamera sollten vor einem Kauf dringend mit der Testversion und einem längeren Film testen, ob das Programm auch das tut, was man erwartet. Bei mir tat es das nicht, weshalb ich auch keine Lust hatte tiefer in die Sony Materie einzudringen.
Für mich war das an dieser Stelle Test genug. Ich lies Pinnacle und Magix als vielleicht gute aber von mir unausprobierte Programme links liegen und orderte zum Preis von knapp 73 Euro mein Exemplar von Corels VideoStudio Pro X3.
Die Packung ist denkbar leer - neben einem ca. 6 seitigen Heftchen liegt im Karton (als mini Box bezeichnet) nur eine DVD mit einem Seriennummer.
Nach der Installation ist auf dem Laufwerk ca. 2,5 Gigabyte weniger Platz und neben dem eigentlichen Schnittprogramm auch die Software DVD Movie Factory zum Erstellen von DVD und BlueRay Scheiben abgelegt.
Ich bin nun sehr zufrieden mit dieser meiner Wahl - alle Videos laufen auf meiner Hardware auch in der Vorschau ruckelfrei, auch ohne Hardwarebeschleunigung, die Corel eingebaut hat. Hätte man eine GPU mit Nvidia CUDA und eine i7 CPU, käme man in den Genuss noch schnellerer Verarbeitung. Die ist aber auch so angenehm flink - zumindest für meine nicht-professionellen Privatbelange.
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Zu diesem Thema wurden bereits diese Kommentare abgegeben:
03.01.2011 | 01:43:29 | Eintrag Nummer 1
Danke, Du behandelst genau meine Probleme und das was Du sagst klingt hilfreich. Ich habe die Panasonic HDC-TM 700 mit der ich bei Direkt-HDMI-Übertragung auf meinen TV sehr zufrieden bin, aber bei Bearbeitungsversuchen mit Pinnacle 12 war ich recht enttäuscht über Handling/Ergebnis. Werde Corel mal in Augenschein nehmen. Kennst Du den AVS Video Editor? der klingt auch nicht uninteressant. Zusatz: mit dem WD HD Media Player habe ich auch nur beste Erfahrungen gemacht.