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Jens Rudolph blogt
01. Februar 2010 | Der späte Vogel sagt CHEAP
Der frühe Vogel fängt den Wurm - was fängt bzw. bietet dann der Werbepiepmatz von otelo der, verglichen mit der etablierten Konkurrenz, etwas spät dran ist? Zwar hat er in den Werbemitteln ein Tschiep, respektive das engliche CHEAP (für billig), im Schnabel - doch orientieren sich sämtliche Preise am Mittelfeld der Discountmarken. Den Preis von 9 Cent pro Minute und SMS in alle Netze kennt man nämlich bereits vom Wettbewerb und auch die kostenlos abhörbare Mailbox ist ein üblicher Bestandteil der günstigen Mobilfunkanbieter. Mit einem zeitbasierendem Internettarif (ebenfalls 9 Cent je Minute), ist er dagegen wenig konkurrenzfähig und für Kunden, die auch mal mobil eine E-Mail lesen oder eine Wetter-Seite aufrufen, denkbar ungeeignet. Nur wer häufig mobil (für ebenfalls 9 Cent) in eines der im Angebot aufgeführten Festnetze im Ausland anruft, kann hierin eine Besonderheit sehen, welches nur noch fonic in dieser Form bietet.
Da sich das otelo-Angebot kaum von anderer Mobil-Discountern abhebt darf man erwarten, dass der Vodafonetochter ein eher überschaubarer Kundenzulauf ins Haus steht. Die Düsseldorfer folgen damit lediglich dem Pfad, den die
anderen drei deutschen Netzbetreiber bereits seit mehreren Jahren beschreiten: nämlich neben Kooperationen mit Handelspartnern auch eine Discount-Tochter in Eigenregie zu vermarkten. simyo , fonic und congstar sind (in dieser Reihenfolge) die Vorreiter gewesen, und otelo soll nun ein ebenso mehr oder weniger geläufiger Verkaufsname werden - mal sehen, wie uns das Werbefernsehen nach Pantoffeltier-Einfach-SIM, Bruce-Wechselkurs-Lama und Schwarz-Buntem-Zappeltrickfilm das neue Produkt nahe bringen möchte. Die Internet-Werbemitteln von o.tel.o erinnern entfernt an eine Mischung aus Twitter-Vögelchen und Telekomtochterreklame: auf schwarzem Grund sitzt der eingangs erwähnte Piepmatz und meint CHEAP.
Das Bestellformular auf der otelo Webseite kann bereits Monatszahlungen ausweisen was darauf schließen lässt, dass nach
otelo prepaid
auch (Postpaid-)Varianten mit Community- oder Festnetzflatrates erscheinen können. Die SIM-Karte kann zum Preis von 4,95 Euro bestellt werden und bietet 5 Euro Startguthaben. Um die Zahl 9 (Cent) zu unterstreichen, wird bis 14. Februar 2010 jedem neunten Käufer ein zusätzliches Startguthaben in Höhe von 9 Euro gutgeschrieben.
o.tel.o war bereits in den Neunzigerjahren als Marke aktiv, damals noch im Festnetzbereich. Über Arcor ist der Markenname an Vodafone gegangen.
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