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Jens Rudolph blogt
20. September 2009 | Urlaub - die Zeit verging langsamer als erwartet
Wer kennt es nicht, das Gefühl, dass die Zeit immer schneller zu vergehen scheint, je älter man wird. Und gerade im Urlaub bzw. direkt danach scheint es, als ob die vergangenen Tage noch einen Tick flinker vergangen wären, als sie es sonst schon immer tun.
Ich hatte im September nun meinen ersten richtigen Urlaub 2009 - und auch wenn ich diesen zu 100% daheim verbrachte, fühlt er sich jetzt, direkt danach, nicht so an wie eben beschrieben. Die sieben freien Tage waren voller Ereignisse, weshalb es sich im Rückblick nach deutlich mehr anfühlen.
Die Gründe dafür sind sicher vielfältig und auch in den verschiedenen Aktivitäten zu sehen, denen ich mit meiner kleinen Familie nachging. Wir haben zum Beispiel wieder einmal den Dresdner Zoo besucht. Und unseren Garten winterklar gemacht. Alle Möbel sind nun in die Laube verfrachtet und das Planschbecken eingepackt. Außerdem habe ich mit meinem Vater in zwei Aktionen erst den Birnbaum massiv eingekürzt und dann noch diversen über die Jahre gehorteten Sperrmüll entsorgt.
Am Mittwoch habe ich - unter der strengen Aufsicht meines Großvaters (nerv) - den großen Apfelbaum entäpfelt. An dem guten Teil hingen noch immer knapp 60 Kilogramm Obst. Diese Früchte haben wir dann zum Obsthof in Hosterwitz geschafft und gegen vergünstigten Lohnmost getauscht.
Aber nicht nur Arbeit stand in der Urlaubswoche auf dem Plan. Vor allem wollte ich die Zeit ja mit meinem Töchterchen verbringen - und hier hat sich die Wahl der Kalenderwoche 38 als exzelent herausgestellt. Josephine beschloß nämlich ein paar wichtige Entwicklungsschritte in genau diese Woche zu verlegen - auch wenn das bedeutete, dass die Nächte ob des durchbrechenden zweiten oberen Schneidezahnes nicht immer so ununterbrochen verliefen, wie sich dies in der letzten Zeit anschickte.
Am Dienstag waren wir im Schwimmbad. Das Planschen macht Josephine ja schon immer einen ungeheuren Spaß - und auch das lauern auf allen Vieren klappte zuletzt schon ganz gut. Nur mit dem Fortbewegen wollte es noch nicht recht klappen - bis diese gelbe Plastikschaufel vorbei schwamm. Die wollte unbedingt näher begutachtet werden - und da sich das sonst übliche Zusammensacken dem Kind wohl hier im 20 Zentimeter hohen Wasser als wenig hilfreich darstellte, beschloss es nun tapfer voran zu kommen. Und so erreichte Josephine die Schaufel und erlernte, dass nicht nur die Ärmchen nach vorn wandern sollten, sondern auch die Beine nachgezogen werden müssen. Der Krabbelstil wirkt zwar noch etwas unbeholfen, wird nun aber auch daheim gern eingesetzt. Das hat für uns allerdings zur Folge, dass noch mehr auf alle Kleinigkeiten in der Wohnung geachtet werden muss. Die Steckdosen sind zwar gesichert - trotzdem liegen natürlich immer noch diverse Kabelagen herum, die zum daran herumziehen einladen.
Außerdem steht unsere Tochter schon verdammt gerne - natürlich noch mit festhalten. Bisher war es hier nötig sie dahingehend zu unterstützen und sie hinzustellen. Aber auch dafür braucht Phienchen uns nun nicht mehr - seit Sonntag klammert sie sich im Ställchen am oberen Holm fest und zerrt sich nach oben. Nur so kann man in aller Ruhe und ungestört von den Erziehungsberechtigten den benachbarten Tisch inspizieren, von dort zum Beispiel die Sächsische Zeitung greifen und diese im Anschluss in kleine Streifen reißen.
Es hat mir als Papa also große Freude bereitet meine Tochter bei diesen Schritten direkt beobachten zu können - und nicht immer nur über meine Frau informiert zu werden. Und darum, denke ich, verging auch für mich die Zeit wieder langsamer - so wie in Kindertagen. Es gab jeden Tag etwas Neues!
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