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Jens Rudolph blogt
03. September 2009 | Android wird Fernbedienung für Festplattenrecoder
Die Deutsche Telekom hat heute im Rahmen einer IFA 2009 Pressekonferenz ein kleines feines Android-Programm für T-Home Entertain-Kunden vorgestellt. Da ich beides habe - ein Simyo-Betriebenes G1 und einen T-Home Media Reciever nebst Entertainvertrag - musste ich mir natürlich sofort dieses Tool aus dem Market besorgen und einer Prüfung unterziehen.
Ab sofort ist es nämlich auch im "kleinen" T-Home Entertain Tarif (wie ich ihn nutze) inklusive den eigenen Festplattenrecorder über das Internet zu programmieren. Dazu gehört das Anlegen von Einzel- und Serienaufnahmen genau so wie das Löschen ausgewählter Aufzeichnngen, falls der Speicherplatz zur Neige gehen sollte. Und damit dieses Unterfangen auf besonders vielfältige Weise von statten geht, hat das Rosa Unternehmen nun eben jene Helferlein für unterwegs bereitgestellt. Die Bedienung ist dabei kinderleicht und selbsterklärend und funktioniert zum Teil schneller, als der recht träge reagierende Media Receiver 300.
Beim ersten Programmstart gibt man seine T-Online Emailadresse nebst Passwort ein, wobei beides im Handy hinterlegt werden kann, damit man es später nicht mehr eingetippen muss. Jetzt gelangt man zu einem Übersichtsbildschirm mit allen wichtigen Bedienelementen. Im TV-Programm, welches auch ohne Login funktioniert und dann lediglich als Fernsehzeitung dient, werden zunächst alle Sendungen der aktuellen Stunde angezeigt. Nun kann man weiter blättern zu den späteren Sendungen, sich das Programm eines speziellen Senders anzeigen lassen oder zu einem beliebigen Datum in den nächten 14 Tagen springen. In den Settings (im Hauptmenu über den Menu-Button erreichbar) stellt man sich übrigens die Sender ein, die man angezeigt haben möchte - der Übersicht halber sind Spartenprogramme zunächst deaktiviert.
Der zweite Punkte im Hauptmenu der Android-Applikation lauten Meine Aufnahmen. Hier werden die auf der Festplatte aufgezeichneten Sendungen angezeigt, die Sortierung erfolgt wahlweise nach Datum, Sender oder alphabetisch. Zu löschende Aufnahmen können mit Häkchen versehen und ins digitale Nirvana verbannt werden. Die weiteren Punkte im Menu lauten Geplante aufnahmen und Serienaufnahmen und sind entsprechend selbsterklärend. Nur ein kleines Wort zu den Serienaufnahmen bei T-Home Entertain: hier zeichnet der Recorder nach Namen der Sendung und nicht nach Zeitpunkt auf. Sollte eine Serie z.B. vom Programmverantwortlichen von 13 auf 16 Uhr verschoben werden, dann stört das den Recorder nicht - er richtet sich stur nach der im EPG auftauchenden Benennung. Ein allgemeiner Nachteil des Recorders ist leider, dass er nicht auf spontane Programmverschiebungen Rücksicht nimmt. Wenn Herr Gottschalk überzieht, nimmt der Recorder trotzdem stur nach EPG-Zeiten auf. Möchte man also die Folgesendung komplett sehen, ist es ratsam die Aufzeichnungslänge von den 5 Minuten Standardüberzeichnung auf 15, 30 oder mehr Minuten zu erhöhen. Auch diese Einstellmöglichkeit wurde in der mobilen Variante eingebaut - etwas versteckt in den Einstellungen.
Am Programm für das Android-Telefon gibt es fast nichts auszusetzen. Einzig die Tatsache, dass das Tool nicht konsequent den Querbildmodus unterstützt mag man bemängeln können. Um das Programm noch komfortabler zu gestalten wäre für eine der nächsten Versionen eine Volltextsuche, wie sie am Receiver möglich ist, ein echter Mehrwert. So komme ich bei Eingabe von "James Bond" sofort an alle Agentenfilme im TV-Programm der nächsten 14 Tage und an die auf der Platte befindlichen Videos.
Die Software hört auf den schlichten Namen Programm Manager und liegt nach Angaben der Deutschen Telekom auch in einer Apfelversion in Apples AppStore zum kostenlosen Download bereit. Außerdem gab der Telekommunikationskonzern auch bekannt, dass im Oktober das dritte Android-Basierende T-Mobile Smartphone erscheinen wird, welches auf die Vernetzung mit der firmeneigenen myCommunity ausgelegt ist. Ferner ist es für den Zugriff auf das hauseigene online Mediencenter konzipiert. Als ich heute nach dem Stichwort "Telekom" im Android Market suchte, erschien neben der oben beschriebenen Applikation allerding auch eine mit dem Namen Mediacenter. Und diese macht genau das, was erst als Neuerung für das T-Mobile Pulse angekündigt ist: es stellt die Verbindung zum Mediencenter her. Das ist dann aber eine andere Geschichte und ggf. einen separaten Blogeintrag wert.