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Jens Rudolph blogt
29. August 2009 | Tot statt root
Als Untertitel zu diesem Beitrag hätte ich auch Wie Jens sein Mobiltelefon zerstörte wählen können, aber der Reihe nach:
Das T-Mobile G1 ist schon ein sehr spezielles Gerät - sicher hat es seine Macken, aber vor allem im Hinblick auf die Befriedigung meines Spieltriebs reicht ihm kein Wettbewerbsprodukt das Wasser. Diese Spielereien beschränkten sich die ersten Monate vor allem auf das Ausprobieren der zahlreichen Applikationen aus dem Market. Das Ausprobieren alternativer Firmware stand für mich weniger hoch auf der Zu-Erledigen-Liste. Dann aber tauchte das Programm Recovery Flasher auf, welches unter Ausnutzung von Sicherheitslücken dabei hilft an die Rootrechte der eigenen Hardware zu kommen. Diese einfache Möglichkeit alternative Linux bzw. Android Betriebssysteme zu installieren ohne dazu mit unter Linux präparierten micoSD Karten zu hantieren verleitete mich dazu unvorsichtig zu werden - und ich las mir die Beschreibung nicht sorgfältig genug durch...
Langer Rede kurzer Sinn - im Ergebnis war mein G1 nicht root sondern tot und ich ein neben mir stehender Jens. Das Mobiltelefon blieb beim Bootvorgang stets hängen, alles was zu sehe war, war ein animiertes android auf schwarzem Grund. Am ersten Abend versuchte ich nun meinem G1, unter zurhilfenahme des Internet (Dank ans Atomlabor für zahlreiche Links), fremde und offizielle Firmware unterschiedlichsten Datums unter zu jubeln. Leider wurde selbst die offizielle Cupcake-Version vom G1 mit fadenscheinigen Fehlermeldungen abgelehnt.
Frustriert wagte ich mich also am darauf folgenden Abend an das fabrizieren einer ominösen goldenen Karte, von der HTC-Hardware auch unverifizierte Firmware schluckt. Als ersten Schritt musste ich dazu an die Seriennummer (CID) meiner microSD herankommen - und das geht nicht über Kartenleser, sondern nur via HTC-Hardware. Ich kramte also meinen im Ruhestand befindlichen XDA mini (eigentlich HTC S100 mit Windows Mobile 2003) heraus, musste noch kurz in seiner Registry herumfummeln, und las ohne Fehlermeldung die CID aus. Mit dieser Nummer lies ich mir (gemäß im Internet befindlichen Anleitungen) ein Image-File zusenden, welches auf die SD gebrannt werden musste. Da die ersten Versuche mit im Windows-Hexeditor generieren Kartrenformat fehl schlugen (G1 las nichts von der Karte), machte ich Linux-Noob mich daran die 2GB Sandisk unter Ubuntu zu vergolden. Dabei hate ich auf Anhieb so durchschlagenden Erfolg, dass die Karte nun ebenfalls Schrott ist - kein System erkennt sie mehr. Noch frustrierter brach ich diese Experimente ab und versuchte mich ein Wochenende im Garten lang mit dem Gedanken auzufreunden das teure Mobiltelefon zu einem nicht sonderlich schicken Briefbeschwerer verwandelt zu haben.
Am Montag begann ich erneut zu recherchieren und kam auf den Trichter, dass HTC irgendwann im Laufe der Produktentwicklung das Verfahren zur Ermittlung der CID verändert hat. Mit meinem XDA bin ich vermutlich an eine falsche Nummer gekommen. Doch da die gesamte Verwandschaft mit halbwegs aktueller Windows-Mobil-Hardware momentan überall, nur nicht in Dresden unterwegs ist, griff ich zu Plan B: Ich bestellte bei amazon ein verfrühtes Geburtstagsgeschenk für meine Frau!
Am Donnerstag traf dann ein nagelneues, blütenweißes T-Mobile G1 in unserem Haushalt ein. Das Auslesen der korrekten CID war damit nun ein Kinderspiel. Auch das Präparieren der 1GB Transflash klappte reibungslos (mit dem Editor) und das Flashen meines zerstört geglaubten G1 konnte beginnen. Nach über einer Woche Koma konnte ich mein gPhone wiederbeleben, es wurde gerootet und ist nun offen für weitere Schandtaten (was mittles meiner goldenen Karte ja nun einfacher klappt).
Und was bleibt als Fazit? Eine zerschossene 2GTB Sandisk microSD sowie ein in sich steckender Jens.
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Zu diesem Thema wurden bereits diese Kommentare abgegeben:
01.09.2009 | 13:10:44 | Eintrag Nummer 1
haha sehr gut sehr gut, du kennst dich aber schon ECHT ganz gut aus mein lieber ;)
Von: Heinz
15.09.2009 | 18:13:26 | Eintrag Nummer 2
Wow, welch eine Geschichte. Ich bin froh, dass es zu einem HappyEnd geführt hat.