In der Zeit vom 16. bis 22. Juni 2007 weilten wir im sogenannten Familienpark in Großkoschen
(Senftenberger See).
Die Ortschaft gehört zu Senftenberg und liegt direkt am gleichnamigen Gewässer (dem Senftenberger
See). Der Familienpark ist eine Ansammlung mehrerer Ferienhäuschen, die allesamt in einem
bewaldeten und umzäunten Gebiet stehen. Zum Areal gehört auch ein Campingplatz und ein kleiner
Supermarkt.
Mit von der Reisepartie waren meine gute Frau Jacqueline und ihre Schwester nebst Töchterchen.
Für Letztere, zweieinhalb Jahre alt, war der mehr oder weniger direkt vor unserer Hütte gelegene
Sandstrand (mit nur sehr kleinen Steinen) optimal zum Spielen. Im Wasser ist der Boden nur sehr
gering geneigt - will sagen: Ist man 10 Meter vom Ufer entfernt, steht man zunächst nur 1 bis 1,5
Meter tief in den Fluten.
Die von uns bezogene Hütte war ausgelegt für sechs(einhalb) Personen, die in zwei Räumen schlafen.
Dazu verfügt das Häuschen über ein Bad mit Dusche und einem recht geräumigen Aufenthaltsraum
(SatTV) nebst Küchenecke (inkl. Geschirr). Für den Außenbereich stand uns Vieren ein Gartentisch
mit den dazugehörigen Sitzmöglichkeiten zur Verfügung.
Da wir in der Vorferienzeit anwesend waren, in der das Sommerwetter 2007 sich noch von seiner
besten Seite zeigte, lockte uns die Sonne nun täglich an den kaum bevölkerten Strand. Das Wasser war
sauber und mit 22 Grad schon angenehm warm - zumindest solange man in Bewegung blieb. Ein Tag am
Strand kann so schön entspannen - zumindest solange Leonie keine Waffeln wollte, und wir nur Kekse
hatten.
Der Montag Morgen zeigte uns zunächst einen bedeckten Himmel, sodass wir uns für einen Besuch von
Senftenberg und des Senftenberger Zoos entschieden. Da wir im Erstgenannten lediglich in einem
Einkaufszentrum unsere Vorräte aufstockten und ich mir ein neues Paar Schuhe kaufte, gibt es dazu
nicht viel zu erzälen. Im Zweitgenannten wurde ich aber von wilden Raubtieren angefallen. Das waren
weder die Bären, noch der Leopard - nein, es waren die gefäßigen Kampfziegen!
Als Held, der ich bin, stieg ich todesmutig in die Arena namens Streichelgehege. Zunächst
hatte ich die Situation unter Kontrolle - so schien es. Im Nachninein betrachtet wollten mich die
gehörnten Teufel wohl nur in Sicherheit wiegen. Die Situation änderte sich nämlich, als mir meine
Schwägerin von außerhalb eine Tüte leckeren Futters reichte. Nun gab es kein halten mehr. Die Tiere im
benachbarten Gatter kannten weder Zaun noch Türe - sie rannten, schubsten, drängten in den
Streichelbereich zu mir heran. Sprangen mich von allen Seiten an - und das ohne sich vorher die
matschigen Hufe zu säubern...
Die Auseinandersetzung war hart, ich kämpfte wie ein John McClain für Arme - aber ich musste mich
bereits nach wenigen Augenblicken der unglaublichen Übermacht von etwa 20 Ziegen ergeben. Sie zer-
und schließlich entrissen mir die papierene Futtertüte. Ich musste die Niederlage eingestehen -
und sah natürlich aus wie ein Verlierer. Bematschte Hose, verdreckte Jacke, verschmutztes Hemd...
Beim nachmittäglichen Strandaufenthalt musste ich mich erste einmal von diesem Erlebnis erholen.
Tags darauf gingen wir auf große Kreuzfahrt mit dem Ausflugsschiff Santa Barbara
(Reederei Rolf Bothen).
Start der Tour ist der Anleger in Großkoschen. Die Fahrt dauerte etwa eineinhalb Stunden mit kleinen Stopps in
Senftenberg und Niemtsch. Von diesem Abenteuer musste ich mich, zurück in Großkoschen, erst einmal mit
Currywurst und Caipirinha stärken.
An den verbleibenden Tagen geschah nicht viel. Wir verbrachten die Zeit am Strand und im Wasser.
Gelegentlich setzte ich mich auch ins Schlauchboot und von den anderen ab, schipperte vom Wind getrieben
mit meinem Büchlein (hier las ich Andreas Eschbachs Das Marsprojekt) über die Wogen.
Lediglich am letzten Tag machte uns ein Wetterumschwung einen Strich durch die Rechnung, auf der eigentlich
wieder faules Herumliegen am Strand stand. Nach dem Mittagessen beschlossen wir daher unseren Badespaß
in ein festes Gebäude - das Senftenberger Erlebnisbad - zu verlegen.
Trotzdem ließ ich es mir nicht nehmen zum Abschied nach Sonnenuntergang noch einmal in den See zu springen.
Diese kleine Aktivität wirde mir hier zur Regel - allabendlich umschwamm ich in der Dämmerung eine der Bojen
im Gewässer.