ENDE - Der letzte Eintrag Ja, richtig gelesen - das hier ist der (vorerst) letzte Eintra... weiter
Doch davon ahnte der junge Jens Rudolph allerdings nichts. Er bekam später,
wie seine Klassenkameraden auch, ein rotes Halstuch und schließlich hatte er
sogar ein blaues Hemd der Freien Deutschen Jugend. Doch irgendwie schienen sich
die Zeiten zu ändern. Während früher noch Appelle auf dem Schulhof stattfanden
und die Jung- und Thälmannpioniere ihr Für Frieden und Sozialismus - Immer
bereit mit vorstimmbruchartigen Tonlage sangen und das dunkel geraunte
Freundschaft der FDJler folgte, kam Herr Rudolph nur noch wenige Male in
die Verlegenheit letztgenanntes zu brummen.
Grund waren wohl Wandlungen in der Gesellschaftsordnung der Deutschen Demokratischen
Republik. Die Schulleiterin der 88. POS erklärte anfangs noch, es wären Rowdys und
vom Imperialismus aufgewiegelte Störenfriede, die da am Dresdner Hauptbahnhof
protestieten. Aber sie muss sich wohl geirrt haben, denn kurze Zeit später war
sie ehemalige Schulleiterin und abwesend.
Vielmehr gab es plötzlich
gegenüber dem Elternhause der Rudolphs einen Imbiss, in dem der junge Herr Rudolph
und sein Bruder Jörg Pommes Fritte mit Ketchup und Mayonnaise zu erwerben pflegten.
Diese Dienstleistung wurde aber nicht mehr mit aus Leichtmetall hergestellten
Fünfzig-Pfennig- bzw. Markstücken beglichen, sondern mit der vielgelobten D-Mark.
Die Gesamtheit dieser Ereignisse gingen später als Wende in die Geschichte ein,
brachte die erwähnte Währungsunion und schlussendlich die Wiedervereinigung Deutschlands
mit sich. Und, aber das ist eine andere Geschichte, diverse Ex-Schulleiterinnen
entpuppten sich gerüchtehalber als Wendehälse.