Zu unserer Hochzeit bekamen wir von Udo, Raphael, Marcus und Volker eine Fahrt mit einem Heißluftballon geschenkt. Ein Präsent, auf dessen Einlösung wir uns schon sehr freuten und welche wir im Juni 2007 realisieren konnten.
Als ersten Starttermin hatten wir mit dem Veranstalter
Ballon Kaufmann
Dienstag, den 26. vereinbart. Wegen der wechselnden Wetterlage wurde dieser Termin aber kurzfristig um 24 Stunden nach vorn verschoben. Am Montag war es dann soweit - pünktlich sechs Uhr am Morgen trafen wir uns im Ostragehege und bauten dort mit dem Team sowie drei anderen Passagieren unser Transportmittel für die vor uns liegenden Momente auf. Unter der kundigen Anleitung ging das alles erstaunlich schnell und nach wenigen Feuerstößen der Brenner hoben wir zu siebent ab - fünf Passagiere, Eigner und Pilot. Letzterer machte unter Anleitung des Eigners auf dieser Art Ballon seine erste Fahrt, weil jeder Typ und jede Größe dieses Fluggerätes - so sagte man uns - unterschiedlich schnell und deutlich auf eine Befeuerung reagiert.
Der bodennahe Wind trug uns zunächst elbabwärts über den Fluss und den Elbepark. Dort, man mag es kaum glauben, überfuhren wir meine Frau Mama, welche gerade auf dem Weg zu ihrer Arbeitsstelle war. Sie winkte uns wie verrückt (wir hatten kurz vor Start den Ballon-Werbeträger durchgegeben), hatte aber leider keinen Fotoapparat am Mann. So blieb mir nur übrig sie von oben herab abzulichten.
Mit steigender Höhe wechselte der Wind und trug uns nun aus dem Tal heraus. Wir überquerten Radebeul und - in etwas Entfernung - Schloss Moritzburg. Die maximale Höhe unserer Reise betrug etwa 1500 Fuß (über dem Mehresspiegen, Normalhöhennull NHN).
Die drei Gasflaschenwaren hielten uns nun etwas über eine Stunde in der Luft. Wir erfuhren, dass der Wind stärker blies als bei anderen Fahrten und so kamen wir fast bis nach Großenhain. In der letzten Phase überflogen wir nun Felder auf der Suche nach einem geeigneten Stück Wiese für die Landung. Diese erfolgte schließlich in Kalkreuth und sanfter, als man als Neuling vielleicht erwartet. Nach dem ersten Aufsetzer folgten noch zwei weitere, dann kippelte der Korb noch einige Male und stand schließlich still.
Unser Verfolgerfahrzeug hielt während der Fahrt stets Funk- bzw. Handykontakt zum Piloten, sodass der Wagen sofort zur Stelle war. Nach dem Zusammenpacken der Ballonkomponenten und dem Verstauen im Anhänger folgte nun die für neue Ballöner übliche Zeremonie. Jacqueline und ich wurden zu Gräfin und Graf zu Dresden Prohlis.
Sollte sich der eine oder andere noch fragen, ob er sich trauen kann eine solche Fahrt zu machen - wir beide können nur sagen: JA.
Es ist eine wunderbare Erfahrung, die wir irgendwann einmal wiederholen wollen. Auch ich, der ich eigentlich an Flugängstlichkeit leide und mich in einem Flugzeug unwohl fühle, hatte im Korb kein Problem. Nur der erste Blick nach oben auf den vollständig gefüllten Ballon, kurz nach dem Einstieg, war gewöhnungsbedürftig. Doch sofort mit dem Start überwog die Freude. In einem Flugzeug merkt man jede Höhen- oder Geschwindigkeitsänderung in Bauch und Ohren - das fehlte im Ballon total. Und da die Reisegeschwindigkeit der Windgeschwindigkeit entspricht, bestärkt auch die Abwesenheit jeglicher Luftstöße das Gefühl von Sicherheit.
Ein Filmchen unserer Fahrt:
Alle Texte und Abbildungen Copyright 2006 - 2012 Jens Rudolph