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Wuala - die P2P-Onlinefestplatte
Dein dezentales Speichermedium
Herkömmliche Onlinespeicher laufen auf Servern, die vom Betreiber des Dienstes aufgesetzt und gewartet werden. Beispiele dafür sind das Xdrive von AOL oder das MediaCenter-Angebot von GMX. Während man hier seine Daten also auf zentralen Systemen weiß, verfolgt Wuala einen ganz anderen Gedanken.
Zwar unterhält das schweizerische Startup-Unternehmen selbst auch Server, diese dienen aber lediglich als Backup und bietet kaum die nötige Bandbreite, wie man sie für tausende Nutzer bräuchte. Trotzdem ist Wuala schon in der jetzt laufenden Beta-Phase ein beeindruckendes Geschwindigkeitserlebnis.
Jeder neue Nutzer des Dienstes bekommt ein Gigabyte Speicher geschenkt. Dieses kann er über die Wuala-Software nutzen, welche sich auf Wunsch auch ins Dateisystem von Windows, Linux und Mac Rechnern einklinkt. Ist man so mit dem Dienst verbunden hat man aber nicht nur Zugriff zu seinem eigenen Teil des Speichers, sondern es stehen auch sämtliche öffentlich gemachten Daten aller anderen User bereit. So macht sich der Peer-to-Peer-Gedanke auf Inhalte-Seite bemerkbar - man kann seine Daten für sich privat halten, bestimmten Usern freigeben, in Gruppen veröffentlichen oder ganz und gar zum Abruf freigeben.
Wem das erste Gigabyte nicht ausreicht, der kann sich für momentan 15 Euro jährlich 10 weitere Gigabyte hinzubuchen (weitere Angebote siehe Wuala-Preisliste). Die andere Möglichkeit seinen Onlinespeicher zu vergrößern erklärt sich allerdings durch den Peer-to-Peer-Gedanken auf der Technikseite, auf dem das ganze System basiert. Ist man nämlich gewillt einen Teil seiner eigenen Festplatten- sowie Bandbreitenressourcen zur Verfügung zu Stellen, kann man sich Onlinespeicher verdienen.
Dies ist auch der Grund, warum Wuala auf gigantische Serverfarmen verzichten kann und trotzdem eine sehr gute Performance bietet.
Daten, die online gespeichert werden sollen, werden auf der eigenen Platte verschlüsselt und in Pakete aufgeteilt. Diese Pakete werden dann redundant auf verschiedene andere Nutzersysteme aufgeteilt und auf fremden Festplatten abgelegt. Durch die mehrfache Verteilung der selben Pakete soll sichergestellt sein, dass immer genügend Rechner online sind, und diese die Files schnell bereitstellen können, um die ursprünglichen Daten wieder herstellen zu können. Diese Datenrekonstruktion ist dabei nur auf dem Rechner möglich, der über den nötigen Schlüssel verfügt. Andere Nutzer und selbst der Betreiber Wuala sollen nicht in der Lage sein in die Pakete zu schauen - auch sei es nur anhand der Datenpakete nicht möglich auf deren Inhalt zu schließen.
Ist man also gewillt dem P2P-Verband Rescourcen zur Verfügung zu stellen muss zunächst sichergestellt sein, dass der Rechner mindestens 4 Stunden am Tag online ist. Das heißt ab der Schwelle von 17% kann man eigene Festplattenkapazität spenden und bekommt abhängig von der Zeit, die das System online ist, Speicher online bereitgestellt. Ein Rechner, der 20% des Tages mit dem Internet verbunden ist und 10 Gigabyte seiner Platte hergibt, bekommt demnach 2 Gigabyte Onlinespeicher.
Für den teilenden Wuala-Nutzer dient das System also nicht dazu den eigenen Speicher zu vermehren, sondern man ändert die Qualität desselben. Während die eigene Festplatte nämlich nur zur Verfügung steht, wenn man daheim ist, ist das Wuala-System dezentral und unabhängig vom Zustand des persönlichen Rechners verfügbar. Das redundant online gespeicherte Daten natürlich deutlich besser gegen Verlust z.B. durch Hardwareschäden oder Diebstahl geschützt sind, liegt auf der Hand.
Wuala basiert auf einem Projekt der ETH Zürich und wird von der Caleido AG in der Schweiz betrieben.