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GPS-Logger M-241 im Test
Meine Erfahrungen mit dem Holux Datalogger mit Mausfunktion
Verarbeitung und Qualität
Die Verarbeitung des Holux M-241 ist nicht unbedingt hochwertig und vermittelt keinen sehr soliden Eindruck. Bei meinem Gerät
ist zudem das LC-Display leicht schief eingeklebt, was zwar nicht technisch stört aber eben doch deutlich erkennbar ist. Der
Akku-Deckel wird nur durch Gummibändchen an Gehäuse fixiert. Alles in allem macht das Produkt optisch und haptisch also nicht
sehr viel her und auch die signalgelbe Farbe tut ein übriges dazu, dass das Gerät eher Arbeitstier als Designerobjekt ist.
Inbetriebnahme
Vielmehr als die Äußerlichkeiten werden den potentiellen Benutzer natürlich die inneren Werte interessieren, und diesen wendete
ich mich sofort nach Einlegen der Batterie zu. Das Umlegen des Hauptschalters lässt auf dem LC-Display sofort GPS searching
erscheinen, wobei auch ein nettes Detail auffällt: die Anzeige besitzt eine Hintergrundbeleuchtung, die nach jedem Tastendruck ca.
10 Sekunden lang das Ablesen bei Dunkelheit ermöglicht. Die Benutzerführung ist vorkonfiguriert auf English, alternativ stehen noch
zwei chinesische Sprachen zur Auswahl (Nachtrag vom 9. April 08: Mittlerweile steht ein Update der Firmware zur Verfügung,
die von mir aufgespielte Version 1.11 bietet jetzt auch Deutsch als Bildschirmsprache an).
Sofern nun Satelliten empfangen werden erscheint ein Statusbildschirm, der die momentan aktiven Dienste bzw. Zustände anzeigt. Auf
den ersten Blick ist alles ziemlich nichtssagend und sehr verwirrend. Meine Hoffnung auf einen schnelleren Einstieg in die Materie
lag nun in der beiliegenden winzigen Bedienungsanleitung, die nur etwas für sehr gute Augen oder Lupenbenutzer ist. Wem die
Schrift zu klein ist sollte auf die PDF-Ausgabe auf der beiliegenden CD zurückgreifen (oder diese aus dem Internet
herunterladen).
Bemerkenswert ist die niedlicher Übersetzung des Titels des Anleitungsheftes, das im englischen QUICK GUIDE heißt
und für uns Deutsche als SCHNELLER FÜHRER bezeichnet wird. Die restliche Übersetzung erfolgte in einer akzeptablen
orthographischen und grammatischen Art, ist aber für meinen Geschmack ebenso nichtssagend wie das englische Pedant. Daher habe ich
die Anleitung wieder Beiseite gelegt und statt dessen mit Menschenverstand und viel Ausprobieren die Funktionen erörtert.
Funktionsumfang stand-alone
Nach einer Viertelstunde Klicken, Probieren und Displaylesen waren mir dann die Auswahl der Funktionen und die rudimetäre Bedienung
klar. Als stand-alone Gerät funktioniert das Holux M-241 als GPS Datalogger. Das heißt das Gerät speichert bewegungs- oder zeitabhängig
seine Position. Insgesamt fasst das M-241 etwas über 130000 Speicherplätze, jeweils die Längen- und Breiteninformation sowie Zeit und Höhe
beinhalten.
Der Zeitintervall beim Loggen beträgt wahlweise 5, 10, 15, 30, 60 oder 120 Sekunden. Nutzt man die bewegungsabhängige Aufzeichnung
kann alle 50, 100, 150, 200, 300, 500 oder 1000 Meter ein Punkt gesetzt werden. Sind alle Speicherplätze belegt kann das Gerät entweder die
Aufzeichnung beenden oder es beginnt die alten Datensätze zu überschreiben - das Verhalten kann je nach Wunsch eingestellt werden.
Beispielrechnung: Wenn angenommen alle 10 Sekunden die aktuelle Position gespeichert wird, reichen die 130000 Datenpunkte für 1300000 Sekunden,
das ist umgerechnet Platz für 15 Tage ununterbrochenes Aufzeichnen.
Auf dem Statusbildschirm liest man die verbleibenden freien Datensätze ab sowie über Symbole die jeweilige Betriebsart und andere
Informationen wie momentane Tastenbelegung und die eventuell vorhandene Bluetoothverbindung. Außerdem zeigt das Gerät wahlweise
die Uhrzeit (Empfangen vom Satelliten), die aktuelle Position (Grad Minuten Sekunden), die Entfernung von einem Startpunkt sowie
die Momentangeschwindigkeit.
Verbindung mit dem PC
Der Verbindungsaufbau via Bluetooth vom Laptop
(Windows Vista) zum Holux klappte schnell und ohne Treibereinrichtung. Die mitgelieferte Software erkannte flink das richtige
Gerät und bietet über eine Konfigurationsschaltfläche das wesentlich komfortablere Konfigurieren der Datalogger-Funktionen.
Das Auslesen von bisher aufgenommenen Datensätzen klappte leider nicht, die Verbindung brach bei diesem Prozess immer ab. Erst
die USB-Verbindung, die eine ebenfalls problemlose Treibereinrichtung benötigt (USB zu COM), führte zu einer Verbindung, die das
Auslesen der Daten ermöglichte. Die einzelnen Weg-Sessions werden in jeweils einer separaten Datei im .kml und .trl Format
exportiert und können ggf. direkt in Google Earth eingeladen werden.
Wenn ihr vorab mit solchen Dateien experimentieren möchtet, ich habe eine kleine Stadtrundfahrt mit der Straßenbahn durch
Dresden mitgeloggt. Start ist am Albertplatz, die Route führt dann über die Elbe zum Theater- und Postplatz bis zum Wienerplatz.
Die Bahn habe ich unterwegs natürlich nicht verlassen - ihr seht die gelegentlichen Ausreiser im Messverlauf (mehr unter
Empfangsqualität). Hier die Files:
- Holux_M-241_Start_20080218-162200_Finish_20080218-163501.kml
- Holux_M-241_Start_20080218-162200_Finish_20080218-163501.trl
Dieses File in Google Maps eingebunden: anzeigen
Zurück zur PC-Software: Diese bietet neben den genannten Dingen eine nachträgliche Verquickung von JPG-Bildern mit Positionsdaten. Um dies auzuprobieren stellte ich
zunächst sicher, dass sowohl Digitalkamera als auch Datalogger in der selben Zeit(zone) "leben" und so war auch dieser
Versuch von einem positiven Ergebnis gekrönt. Die entstandene Datei für Google Earth (.kml) beinhaltete nun neben den geographischen
Daten auch die Informationen der Fotos. Die beim Spaziergang aufgenommenen Bilder wurden nun an den korrekten Orten auf der
Karte eingeblendet.
Verbindung mit einem Smartphone
Als Partner des Holux diente nun mein Nokia 6210 classic, welches auch wesentlicher Kaufgrund eines Gerätes mit
Bluetooth-Maus-Funktionalität war. Das Symbian Series 60 3rd edition Modell besitzt von hause aus vorinstallierte GPS
Konfigurationsmenus und einfache Navigationselemente. Die Kontaktaufnahme zwischen den Geräten klappte wieder auf anhieb, das
M-241 ist quasi stets auf Bluetooth-Empfang (eine entsprechende Ein/Aus-Option hatte ich vergeblich gesucht).
Wie gesagt war der Standard-Code 0000 schnell im Nokia eingegeben und schon konnte ich mit den beiden im System verankerten
Programmen GPS-Daten und Orientierungspunkte experimentieren. Das erstgenannte zeigt neben der Position in
Grad mit Dezimalkommastellen die Momentangeschwindigkeit, Positionsgenauigkeit und zurückgelegte Wegstrecke an. Außerdem besitzt
es einen kleinen Kompass, der neben der Himmelsrichtung auch den kürzesten Weg und die Richtung zu einem Orientierungsunkt liefert.
Und hier spielt das ebenso genannte zweite Programm hinein, welches einfach nur eine selbst zu pflegende Liste von Wegpunkten
oder ähnlichem ist. Damit ist für mich das Einstiegshandwerkszeug zum Geocachen vorhanden.
PS: Die von Google angebotene Software GoogleMaps für Mobiltelefone werkelte im Übrigen auch einwandfrei auf dem 6210 via Testobjekt
Nur kurz verband ich meinen PocketPC mit dem M-241, testete aber nur die von Holux mitgelieferte MiniGPS Software for PPC. Das
Program lief, lieferte die aktuelle Position, mehr kann ich dazu nicht sagen. Weitere Tests mit Windows Mobile habe ich nicht
durchgeführt.
Empfangsqualität
Zunächst war ich etwas enttäuscht von der Empfangsempfindlichkeit, denn ich war und bin verwöhnt von den Qualitäten eines
TomTom One. Dieses Navigationsgerät überrascht mich immer wieder mit der richtigen Position, obwohl wir uns in Gebäuden befinden
und eine sichtbare Verbindung zum Fenster gar nicht besteht (fragt nicht warum, aber ihr könnt mir glauben). Im Gegensatz
dazu hatte das Holux M-241 nur am Fenster Empfang, nur einen Meter entfernt auf dem Tisch ist Sendepause.
Da ich aber in der Regel nicht in meinem Haus wandern gehe sondern es dazu verlasse, war es interessant zu erfahren, ob ich den
knallgelben Empfänger auch unauffällig in einer Tasche verschwinden lassen kann. Und das kann ich zum Glück bestätigen - das
Testobjekt loggte auch noch zuverlässig Daten, als es in meiner außenliegenden Brusttasche meiner Winterjacke steckte. Von daher
hat es mich versöhnlich gestimmt, auch wenn ich, wie gesagt, besseres kenne.
Wie ihr der Routenführung entnehmen könnt, sind einige Messpunkte - vor allem wenn man sich langsam oder nicht bewegte - mit einer
Ungenauigkeit behaftet. In diesem Test fing die Position vor allem in Haltestellenbereichen, als die Bahn stand, in einem Radius
von etwa 10 Metern um die eigentliche Position zu springen an. Wem diese Ungenauigkeit zu groß ist, muss die Datensätze vor der
Weiterverwendung gegebenenfalls nachbearbeiten.
Fazit
Das Gerät ist nicht schön - meine Frau sagte: für diese hässliche Filmrolle hast du so viel Geld ausgegeben? Und soweit
muss ich ihr recht geben. Für 100 Euro kann man auch viele andere tolle Sachen kaufen, die sicher auch Spaß machen und sehr viel
schöner aussehen. Sucht man aber im Bereich von Dataloggern ein Gerät mit LC-Display und Bluetooth-Mausfunktionen wird das
Angebot dünn und es gibt kaum günstigere Alternativen.
Für mich tut das Gerät genau das, wofür ich es kaufte - und wer genau das Selbe sucht, hat hiermit meine Kaufempfehlung.
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