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Erfahrungsbericht zu Congstar Prepaid
Am 31. Januar (ich berichtete)
habe ich mir eine Congstar Prepaidkarte bestellt und bereits am 2. Februar landete der Brief mit der SIM-Karte in meinem
Briefkasten. Neben einem Anschreiben war darin das Starterpaket zu finden, welchem die Blanko-SIM-Karte zu entnehmen war.
1. Freischalten
Bevor nun lostelefoniert werden kann, muss man das Produkt freischalten und damit hatte ich am besagten Samstag enorme Probleme.
Zunächst beharrte die Congstarseite darauf, dass mein Passwort falsch sei. Ich begann an mir zu Zweifeln, probierte aber immer
weiter, was zu meinem Erstaunen problemlos möglich war. Ich konnte hunterte Male meine Namen/Passwort-Kombination eintippen ohne
dass mich das System irgendwann komplett ausgesperrt hätte. Erst als ich auf die gloreiche Idee kam mal den Internet Explorer statt
des Firefox zu benutzen klappte das Einloggen.
Dermaßen verdutzt löschte ich im Firefox die Cookies und siehe da: nun streikte die Seite auch hier nicht mehr.
Wie sich später herausstellte tritt dieser Fehler, zumindest bei mir, immer mal wieder auf, wobei ich aber nur für Firefox-Browser
auf verschiedenen Systemen sprechen kann. Zu diesem Zeitpunkt war ich aber erst einmal froh im System zu sein.
Gut, dachte ich. Dann kann ich ja nun auf Freischalten klicken. Fein, ich werde nach Rufnummer und PUK gefragt. Aha,
noch einmal wird Name und Passwort abferlangt. Nanu, der Schriftzug Es ist ein Systemfehler aufgetreten, bitte versuchen sie
es später erneut erscheint.
Ich habe es später, noch später und noch etwas mehr später erneut probiert - mit dem selben Ergebnis. Nun wollte ich nicht länger warten,
griff zum Telefon und rief die Hotline an. Der nette Herr - und das verwirrte - wollte neben Rufnummer und PUK auch Zugangsnamen und
Online-Passwort wissen. Ich verriet alles und er konnte die Karte aktivieren. Das ganze Telefonat dauerte, inklusive kurzer
Warteschleife, reichlich sieben Minuten. Nun wartete ich eine weitere Stunde und danach war es endlich soweit - das
Nokia 6120 classic zeigt congstar als Netzbetreiber, wählt sich gleich ins UMTS Netz mit vollem Empfangsausschlag.
2. Konfiguration Wenige Augenblicke später, noch vor dem ersten Anruft, trudeln zwei Konfigurations-SMS ein, die das
Einrichten der T-Mobile MMS- und Internetzugangsdaten zu einem Kinderspiel machen. Die sogleich gesendete Test-MMS mit einer
Größe von 100 KB und zwei Bildern an meine simyo Karte (in einem Nokia 7610) kam wenige Augenblicke später an. Auch das Surfen
funktionierte sofort problemlos - sowohl der im 6120 classic integrierte Safari-Browser als auch Opera-Mini und sämtliche
anderen Programme die ins Internet möchten liefen auf anhieb, fragen sie doch vor dem Start welche der verfügbaren Datenverbindungen
(bei congstar unter dem Namen T-Mobile Inter. geführt) benutzt werden soll.
Sobald eine Datenverbindung aufgebaut wird, verwandelt sich die Netzanzeige des Nokia 6120 classic von einem 3G
(vorausgesetzt natürlich es herrscht UMTS-Empfang) in ein 3.5G, welches die Benutzung des Datenturbos HSDPA anzeigt. Ähnlich
verhält es sich im Übrigen, wenn die Empfangsart auf GSM begrenzt wird. Simyo zeigt dann nur ein G für GPRS, mit Congstar kommt man
in den Genuss des schnelleren EDGE-Standards, welches sich anstelle des G durch ein E im Display kontrollieren lässt.
Am Mobiltelefon "fühlt" es sich zwar kaum anders an als simyo im noch HSDPA-losen E-Plus Netz, doch der Geschwindigkeitstest
mit einem Laptop und dem Handy als Modem wird vergleichbare Daten liefern.
3. congstar als Modem (Geschwindigkeitstest)
Nun testete ich das mobile Congstar Produkt zum Surfen am Laptop. Nach Eingabe der ersten URL in einen Browser öffnet sich zunächst die
Speedeinstellungsseite von T-Mobile. Neben dem schnörkellosen direkten Internetzugang kann man auch eine Variante mit Bildkomprimierung
wählen. JPEGs in Webseiten werden dabei stark komprimiert (Artefaktenbildung) und GIFs in der Farbanzahl reduziert. Dadurch wird das
übertragene Volumen vermindert und der Aufbau von Internetseiten geht etwas schneller von statten.
Die Bildkomprimierung kann wahlweise bei jeder Neueinwahl oder auch während einer Surfsession ein- und ausgeschaltet werden. Das ist sehr
löblich, fehlt diese Option bei E-Plus (und damit Simyo) doch komplett. Bei Letztgenannten wird eine Webseite erst einmal grundsätzlich
zwangskomprimiert. Will man die darin enthaltenen Bilder im Original sehen, muss die Seite neu geladen werden (F5 = Reload).
Für die Ermittelung der Geschwindigkeit habe ich die Internetseite
speedmeter.de herangezogen. Diese ergab, trotz laut
Handydisplay HSDPA, eine Downloadrate von 360 KBit/s - was ein ähnlicher Wert ist, wie ihn meine Simyokarte liefert. Bei Gelegenheit werde
ich einen manuellen Test unter Verwendung einer Stoppuhr durchführen und die realen Werte für Up- und Download bei congstar und simyo
nachliefern.
Nun probierte ich noch das Telefonieren über IP aus. Für diesen VoIP-Test habe ich eine Sprachverbindung von Skype zu Skype
aufgebaut und neben meinem Ton auch das Bewegtbild aus der Webcam (nur senden) dazugeschaltet - beides kam auf der Gegenseite
verständlich an, womit man sagen kann, dass congstar auch diesen Test gut bestanden hat.
4. Online Administration
Die Webseite von Congstar hinterlässt bei mir einen sehr durchwachsenen bis schlechten Eindruck. Wer das Pedant von Simyo kennt, weiß
was, man eigentlich heute erwarten darf. Die Präsentation ist bei Simyo um Welten besser gelungen, bei congstar ist alles etwas wirr,
große Flächen werden zur Werbung anderer congstar-Produkte benutzt. Dazu kommen die Unzulänglichkeiten der Technik, die mehr versprechen,
als gehalten wird:
Oben hatte ich ja bereits von Login-Problemen berichtet, die in den folgenden Tagen sporadisch immer wieder auftraten und
sich nur durch Löschen der Cookies beheben lassen. Ferner funktioniert das manuelle Einstellen der Einzelverbindungsübersicht nicht.
Ich habe diese vor einigen Tagen aktiviert aber noch immer werden in verschiedenen Menus verschiedene Stati angezeigt und die Übersicht
ist nach wie vor nicht vorhanden (bei Simyo geht dies problemlos).
Weil dies nicht funktioniert, habe ich gleich die Kundenbetreuung per Kontaktformular angeschrieben. Dazu musste ich, anders als bei
Simyo, alle meine Daten erneut eingeben, obwohl ich eingeloggt war und das System damit eigentlich meine Daten kennt. Die
Qualität der Antworten von Simyo auf derlei Anfragen ist zwar oft durchwachsen aber doch meist nah genug am Thema und damit noch
als gut zu bezeichnen, da außerdem kaum länger als 2 Tage auf eine Meldung gewartet werden muss und sogar am Wochenende bearbeitet
wird. Congstar hingegen verweist auf Werktage, die auch voll ausgeschöpft werden.
Drei Werktage nach meiner Anfrage kam von congstar folgende Antwort: Aus technischen Gründen stehen Ihnen die
Einzelverbindungsnachweise zur Zeit nicht zur Verfügung. Wir bitten um Ihr Verständnis. Die Behebung des Fehlers ist bereits in
Bearbeitung.
5. Sonstiges und Preise Ach ja, telefonieren kann man mit einer Congstar-Karte natürlich auch. Die aktuell gültigen Konditionen
(Stand Februar 2008) liegen bei 10 Cent je Minute in alle Netze (außer Sonderrufnummern), 10 Cent je SMS in alle Netze
(außer "Mehrwertdienste"), 39 Cent je MMS und 0,49 Cent je Megabyte (im 10KB-Takt, befristet bis 29.02.2008).
AGB_congstar_Prepaid_Preisliste.pdf (PDF).
Update: Der Preis für die Internetnutzung wurde auf 0,35 Cent je Megabyte angepasst - wiederum befristet, nun bis 31.12.2008.
6. Fazit Lässt man die durchwachsene Online-Administration der congstar Prepaidkarte außen vor, erhält der Kunde ein sehr gutes
Telekommunikationsprodukt. Sämtliche Preise liegen im sehr guten Mittelfeld der Discountanbieter und umfassen auch ein recht faires
Internetangebot zum schnellen mobilen Surfen via UMTS und EDGE. Dank der Realisierung im Netz von T-Mobile sind Funklöcher, anders als zum
Beispiel bei Fonic, sehr unwahrscheinlich (wenn auch nicht unmöglich). Daher kann ich eine seriös gemeinte Kaufempfehlung aussprechen, die
aber ebensogut auch zu Gunsten von simyo ausfallen darf:
Jens Rudolph - Dresden, 11. Februar 2008
Alle Texte und Abbildungen Copyright 2006 - 2012 Jens Rudolph